Auf Grundlage der geschätzten Jahreskosten der landwirtschaftlichen (Bio-)Produktion verpflichten sich die AbnehmerInnen monatlich, vierteljährlich oder ein Jahr im Voraus einen festgesetzten Betrag an den Hof zu zahlen, der mit dem Geld seinen Möglichkeiten entsprechend wirtschaftet. Die AbnehmerInnen erhalten im Gegenzug die gesamte Ernte sowie weiterverarbeitete Erzeugnisse wie Brot, Käse etc.
Die Festsetzung der Beträge erfolgt i.d.R. nach eigenem Ermessen, so dass die finanzielle Lage Einzelner mit in Betracht gezogen werden kann. Oft existieren "Richtwerte" als Entscheidungshilfe. Entscheidend ist, dass die Anbau- und Verarbeitungskosten vollständig gedeckt werden können. Das beinhaltet neben dem Einkommen für die LandwirtInnen und Angestellte, möglicherweise auch eine Altersvorsorge, im Idealfall einen Überschuss für zukünftige Investitionen.
Die Verteilung der Ernteanteile erfolgt in regelmäßigen, etwa wöchentlichen Lieferungen direkt an die Haushalte oder zu zentralen Sammelstellen, aus denen dann nach Bedarf Lebensmittel entnommen werden können. Dabei kommt es teilweise zu Kooperationen mit bestehenden Food-Coops.

Trotz steigender Zahl von Höfen, die nach dem CSA-Prinzip arbeiten, fehlt es dem Modell noch an Bekanntheit. Ganz anders als in Frankreich und den USA, wo es jeweils einige Tausende Betriebe gibt (s.u.). In Japan wird sogar ein Viertel aller Haushalte (!) über sogenannte "Teikei" versorgt, die ähnlichen Prinzipien folgen. Die Kontakte zwischen Konsumierenden und Produzierenden sind hier allerdings weniger eng.
In Deutschland gründet sich derzeit ein Art Bündnis für Solidarische Landwirtschaft, dass die Entstehung weiterer CSA-Projekte fördern möchte.
Kontakt: kuennemann[ät]googlemail.com

Hier wie dort ist man weit davon entfernt, einheitliche Kriterien für CSA zu finden, was es schwer macht exakte Aussagen über das Ausmaß der "Bewegung" zu treffen. Derzeit werden ca. 15 Höfe in Deutschland gezählt, wovon sich einige noch im Aufbau befinden. Manche wirtschaften zu 100% nach CSA, andere verkaufen außerdem an lokale Märkte, Mensen, Schulen oder über den eigenen Hofladen und Gemüsekisten-AbonnentInnen etc. Wie die folgende Liste zeigt, sind im Norden Deutschlands tendenziell mehr Höfe zu finden als in Richtung Süden.

Link zur Platform: Solidarische Landwirtschaft

Eine Karte der Höfe: Karte

Links zu Höfen:
* Buschberghof in 21493 Fuhlenhagen (bei Hamburg)
* Kattendorfer Hof in 24568 Kattendorf (bei Hamburg)
* Gärtnerhof Entrup in 48341 Altenberge (bei Münster)
* Schmitthof in 67808 Weitersweiler keine Homepage; über den Schmitthof
* LandGut Lübnitz in 14806 Lübnitz oder auch http://luebnitz.lebensgut.org/
* Löwengarten in 15913 Pretschen (bei Berlin)
* Hof Hollergraben in 23744 Schönwalde
* Mirandahof nahe Stuckenborstel, Kreis Rotenburg/Wümme: keine Hompepage;
1. Artikel über Mirandahof, 2. Artikel über Mirandahof, 3. Artikel über Mirandahof
* Hof Tangsehl in 21369 Nahrendorf
* Gärtnerei WurzelWerk in 34355 Escherode (Online-Shop) (bei Kassel)

Weitere Höfe sind im Aufbau:

* CSA Hof Pente in 49565 Bramsche (bei Osnabrück)
* Gartencoop in Freiburg
* Die Waldgärtner bei München
* CSA Freudenthal in der Nähe von Witzenhausen (zw. Kassel und Göttingen)

* Der Karlshof nahe Berlin entstand unabhängig von CSA, unterscheidet sich entsprechend stark von den anderen Projekten und bezeichnet sich selbst als "Nichtkommerzielle Landwirtschaft (NKL)".
Er ist ein Projekt der PaG (=Projektwerkstatt auf Gegenseitigkeit)

Der ideelle Anspruch der Gemeinschaftshöfe variiert von Projekt zu Projekt und von Mensch zu Mensch: Während einige davon sprechen, einen Wandel weg vom marktkapitalistisch geprägten Warenhandel zu erreichen und die Kluft zwischen Produzierenden und Konsumierrenden zu überbrücken, geht es für andere hauptsächlich um gesunde und schadstofffreie Ernährung und die Einbindung in einen natürlichen Kreislauf. Denn die Anbauweise ist biologisch, oft biologisch-dynamisch und der Nachhaltigkeit verpflichtet.
Als Rechts- und Eigentumsformen existieren Stiftungen, gGmbH und GbR neben Vereinen und genossenschaftlichen Lösungen.

Ziel vieler Menschen, die sich in CSAs engagieren und organisieren ist es, einen direkteren Bezug zur Natur, der Landwirtschaft und den dahinter stehenden Menschen zu finden. Daher arbeiten die CSA-Mitglieder gelegentlich auf "ihrem" Hof mit oder treffen sich zu Hof-Festen. Ersteres hat je nach Projekt eher symbolischen Character oder durchaus ökonomische Bedeutung. Umgekehrt bedeutet für die LandwirtInnen der Kontakt zu "ihren" AbnehmerInnen eine besondere Qualität.

Neben CSA-Projekten existieren verschiedene andere Formen von Zusammenschlüssen zwischen ErzeugerInnen und VerbreucherInnen. Es bestehen Überschneidungen zu Modellen wie dem der Food-Coop, der EVG (Erzeuger-Verbraucher-Gemeinschaft, bzw. -Genossenschaft) oder der ABO-Kiste. Die "Freihöfe" oder "Solidarhöfe", wie CSA-Projekte auch genannt werden, unterscheiden sich allerdings durch den Grad ihrer Verbindlichkeit und die Art der Verteilung.

 

Berichte zu den genannten Höfen/ CSA
* Dagmar Embshoff: CSA-Projekte: Jeder Hof ist anders! In: Contraste, Dez. 2010.
* Tanja Busse: Kollektive Speisekammer- Stadtbewohner erwerben Anteile an Bauernhöfen und essen, was ihre Landwirte erzeugen. In: greenpeace magazin 2.07
* Judith Krischik: Community Supported Agriculture - Farmen ohne Grenzen. In: info3 11/99

* Landwirtschaftsgemeinschaftshof. Deutscher wikipedia-Eintrag zu CSA

Internationale CSA-Netzwerke
Japan
Frankreich: „Association pour le maintien de l'agriculture paysanne“, kurz AMAP, (Verbrauchervereinigung für die Beibehaltung der bäuerlichen Landwirtschaft) s.a. Alliance Paysans Ecologistes Consommateurs APEC;
Übersichtkarte Höfe in Frankreich
Großbritannien
Globales CSA/AMAP/Teikei-Netzwerk:
"An Urban - Rural Network: Generating new forms of Exchange between Citizens."

 

Zum Nachlesen
* Kraiß, Katharina, und van Elsen, Thomas:
Community Supported Agriculture (CSA) in Deutschland.
In: Lebendige Erde 2/2008.
* Qualitätskommunikation Qualität & Kommunikation in der Agrar- und Ernährungswirtschaft - Community Supported Agriculture
* Farmblogger Community Supported Agriculture mal ganz praktisch
* Coforum zu Community Supported Agriculture

* Film-Dokumentation Farmer John - Mit Mistgabel und Federboa

Englischsprachige Literatur
(umfassendere Bücher sind auf deutsch noch nicht erhältlich, aber in Planung)
- Lorand, Andrew Christopher (1995): Community Supported Agriculture (CSA) - Landwirtschaftsgemeinschaften in den USA.
- McFadden, Steven Community Farms in the 21st Century: Poised for Another Wave of Growth?
- Civic Agriculture: Reconnecting Farm, Food and Community Thomas A. Lyson, Civic Agriculture: Reconnecting Farm, Food and Community, 2004.

*The Post Carbon Reader Series: Food. Growing Community Food Systems (Erika Allen)
* Wilson College What is Community Supported Agriculture (CSA)?
* Chelsea Green. Elizabeth Henderson: The World of Community Supported Agriculture
* Soil Association: Community Supported Agriculture - Manual, Newsletter, Information.


Mehr englischsprachige Literatur